Auf Amphibiensuche in den Thurauen

 

„Die Haut eines Frosches fühlt sich bestimmt schleimig und glitschig an!" Kommentare wie diese hörten wir zu Beginn des Kurses mehrere. 10 Erwachsene und 12 Kinder versammelten sich an einem Freitagabend in den Thurauen, um die jährliche Wanderung von Fröschen und Kröten live und ohne Bildschirm mitzuerleben. Und tatsächlich war an diesem Abend einiges los. So viel, dass wir regelrecht aufpassen mussten, dass keines der Amphibien unter die Füsse geriet.


Fröschin sucht Frosch

Die Suche nach Fröschen und Kröten führte uns mitten in die Thurauen. War es für die Gruppe auf den Waldwegen ein Leichtes, die Wanderfrösche zu entdecken, benötigten wir bei den Teichen ein wenig Geduld und starke Taschenlampen. „Da ist einer," drang trotzdem immer wieder an mein Ohr. Und wenn mal ein Wegstück ohne Froschköniginnen und Krötenherzogen zu bewältigen war, packte ich ein Spiel aus dem Rucksack. Dabei verwandelten sich die Kinder und die Erwachsenen kurzzeitig in Riesen-Frösche. Zuerst suchten sie sich durch Zufall ihren Lebensraum aus. „Ist es für die Amphibien gut, wenn eine oft befahrene Strasse ihr Gebiet durchquert?", fragte ich oder: „Was braucht es, damit sich ein Frosch wohl fühlen kann?" Wie es ist, als Froschfrau einen Froschmann zu suchen, konnten die Teilnehmer bei einem zweiten Spiel 1:1 erleben. Dafür quakten die Männer und Knaben verteilt auf der Wiese um die Wette, während die Mädchen und Frauen ihren Partner anhand der Stimme orteten und fanden.

Autobahn in der Au?
Neben  der Suche nach Amphibien, blieb genug Zeit, um auch andere Tiere und deren Spuren zu entdecken. Die Biberautobahn mit ihren Biberfussabdrücken liess sowohl die Kinder wie auch die Erwachsenen nicht kalt. Ebenfalls löste der mit drei bis vier cm lange bereits stattliche Gelbrandkäfer erstaunen aus. Die schmale Sichel des zunehmenden Mondes begleitete uns wie ein treuer Hund. Nach drei Stunden Aben(d)teuer hatten wir schliesslich alle Fragen beantwortet. Und nein, die Haut der Frösche ist nicht zwingend schleimig und glitschig, sondern kann sich auch warzig und trocken anfühlen.

Roger Wetli, Mitarbeiter UBZ NeulandWeinland


  


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